Zika-Virus

Zika-Virus Wie gefährlich ist Zika wirklich?

Das Zika-Virus sorgt gerade weltweit für Aufsehen. Die Weltgesundheitsorganisation hat sogar den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das geschah zuletzt im Rahmen der Ebola-Epidemie in Afrika. Doch ist das Zika-Virus wirklich so gefährlich? Welche Symptome gibt es? Und wie kann man sich schützen? Erfahren Sie jetzt, warum besonders Schwangere gefährdet sein könnten und was es mit der Krankheit Mikrozephalie auf sich hat.

Zika-Virus: Übertragung

Was ist Mikrozephalie?

  • Schädel-Fehlbildung, bei der der Kopf kleiner ist als normal
  • In der Folge bleibt das Gehirn unterentwickelt und die Kinder leiden ein Leben lang unter Behinderungen (z. B. geistig)
  • Schwangere sollten nicht in die betroffenen Länder reisen

Das Zika-Virus wird von der Gelbfieber-Mücke übertragen. Und auch die asiatische Tigermücke kann das Virus in sich tragen. Wird man von einer mit Zika-infizierten Mücke gestochen, kann man sich mit dem Virus anstecken. Außerdem ist es mittlerweile bestätigt, dass das Zika-Virus auch durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Ob eine Übertragung durch Bluttransfusionen möglich ist, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt.

Zika-Virus: Symptome

Die Symptome bei Zika-Fieber sind denen einer Erkältung sehr ähnlich. Sie treten ca. sieben Tage nach dem Mückenstich auf und können von Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen bis hin zu leichtem Fieber reichen. Außerdem kann es zu Hautausschlag, Juckreiz, Bindehautentzündung und Schwellungen an Händen und Füßen kommen. In der Regel verschwinden die Symptome nach zwei bis drei Tagen wieder. Für einen gesunden Menschen stellt das Virus nach bisherigen Erkenntnissen keine große Gefahr da. Deswegen stuften Experten Zika in der Vergangenheit als eher harmloses Virus ein. Das ändert sich gerade.

Zika-Virus: Schwangere

Denn in Ländern wie Kolumbien, Brasilien oder Mexiko, wo es sehr viele Tigermücken gibt, ist die Rate der Mikrozephalie-Fälle bei Neugeborenen stark angestiegen. Das führte dazu, dass Experten eine Verbindung zwischen einer Infektion mit dem Zika-Virus, das von Tigermücken übertragen werden kann, und der Mikrozephalie herstellten. Da Kinder schon mit dieser Fehlbildung zur Welt kommen, ist Zika wohl vor allem für schwangere Frauen, besonders im ersten und zweiten Trimester, gefährlich. Dass Zika die Ursache für die Mikrozephalie der Neugeborenen ist, konnte zwar noch nicht zweifelsfrei bewiesen werden, es herrscht dennoch große Sorge in den betroffenen Ländern. Dort geht man jetzt aggressiv gegen die Mücken vor und versucht Lebensräume wie kleine Pfützen oder Wasserstellen in Wohnsiedlungen so gut es geht abzudecken. Vielerorts werden auch Insektizide eingesetzt, um die Tiere zu töten.

Schutz gegen Zika

  • Impfungen oder Prophylaxe stehen nicht zur Verfügung
  • Eine Expositionsprophylaxe ist die einzige Schutzmöglichkeit: Wirksames Mückenspray sowie weitere Maßnahmen (helle und lange Kleidung tragen, in der Abenddämmerung nicht m Freien aufhalten, Moskitonetz übers Bett)

Da sich das Zika-Virus vor allem in Süd- und Mittelamerika sowie den karibischen Inseln Jamaika, Haiti und Puerto Rico verbreitet hat, raten Mediziner Schwangeren, Reisen in diese Gebiete zu vermeiden. Wer um einen Aufenthalt nicht herumkommt, sollte dann zwingend eine Expositionsprophylaxe vornehmen (Anwendung von Anti-Mücken-Spray und weiteren Vorsichtsmaßnahmen wie das Anbringen eines Moskitonetzes über dem Bett, etc.). Einige Mückensprays können nicht nur vor einheimischen Mücken, sondern auch vor tropischen Arten wie der Tigermücke schützen. Achten Sie beim Kauf des Mückensprays auf eine entsprechende Kennzeichnung. Einen 100-prozentigen Schutz kann es jedoch nicht geben.

Gegen Mücken - Faktencheck
Das Zika-Virus kommt nur in Südamerika vor.
Die meisten Fälle von Zika-Virus-Infektionen traten bislang zwar in Brasilien und Kolumbien auf, allerdings ist das Virus auch schon in Nordamerika, Afrika, Asien und dem südpazifischen Raum gefunden worden.
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Gegen Mücken - Faktencheck
Das Zika-Virus ist für Mikrozephalie verantwortlich.
Bisher ist ein Zusammenhang zwischen der Infektion mit dem Virus und der Fehlentwicklung bei Neugeborenen nicht zweifelsfrei bewiesen. Ein Zusammenhang ist jedoch wahrscheinlich.
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Gegen Mücken - Faktencheck
Das Zika-Virus wird von der Tigermücke übertragen.
Da es gerade in den Ländern, in denen das Zika-Virus momentan besonders wütet, besonders viele Tigermücken gibt, ist eine Übertragung durch diese Tiere sehr wahrscheinlich.

Zika-Virus: Gefahr für Deutschland?

Mediziner halten die Wahrscheinlichkeit für sehr gering, sich in Deutschland mit dem Zika-Virus zu infizieren. Tigermücken wurden in den südlichen Gebieten Deutschlands zwar schon gefunden, bisher gab es aber noch keine Fälle, in denen die Tiere Krankheiten übertragen haben. Eine größere Gefahr geht eher von Reiserückkehrern aus, die eines der gefährdeten Länder bereist haben. Diese könnten sich dort mit dem Virus infiziert haben und so zum Beispiel über Geschlechtsverkehr andere Menschen anstecken.

Gut zu wissen: Die Möglichkeit, dass ein Reisender Zika in sich trägt und hierzulande von einer Tigermücke gestochen wird, die das Virus weiterverbreiten könnte, halten Experten für „statistisch“ unwahrscheinlich.