Mückenstiche: Mythos oder Wahrheit

Mückenstiche: Mythos oder Wahrheit Lieben Mücken süßes Blut?

Mückenstiche gelten als Vampire in Miniaturausgabe und sind auf diese Weise Anlass für viele Mythen und Bauernweisheiten: Lieben Mücken Menschen mit „süßem“ Blut tatsächlich besonders? Werden Frauen wirklich häufiger gestochen als Männer? Erfahren Sie im Folgenden spannende Fakten rund um die kleinen Plagegeister.

Mücken: Nur die Weibchen stechen

Bei den Mücken sind nur die Weibchen kleine Blutsauger: Das Blut benötigen sie nämlich, um Eier produzieren zu können. Die Mücken-Männchen stechen dagegen nicht: Sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzensäften. Das gesaugte Blut dient der Mücken-Mama als Proteinquelle für die Eireifung. Dazu braucht sie nur eine sehr kleine Menge: Bei einem Stich saugt die Stechmücke lediglich zwischen 0,001 und 0,01 Milliliter Blut.

Mücken lieben süßes Blut

Entgegen der landläufigen Meinung, haben Mücken keine besondere Vorliebe für süßes Blut. Mücken verfügen aber über spezielle Sensoren, mit denen sie Stoffe wie Kohlendioxid (CO2) erkennen, das Menschen und Tiere ausatmen. Außerdem scheint ein zu hoher Blutfettspiegel die Quälgeister anzulocken. Mücken fliegen darüber hinaus vor allem auch auf den Geruch von Schweiß, Milchsäure und auf Körperwärme.

Frauen werden häufiger gestochen als Männer

Gegen Mücken - Faktencheck
Mücken stechen nur Menschen mit „süßem“ Blut.
Mücken werden von CO2, Schweiß und Wärme angelockt.
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Gegen Mücken - Faktencheck
Die richtige Kleidung hilft gegen Mücken.
Dunkle Kleidung zieht die Tierchen tatsächlich stärker an als helle.
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Gegen Mücken - Faktencheck
Mücken leben nur an Seen, Tümpeln und Bächen.
Mücken lieben es feucht, da ist auch die heimische Regentonne recht.
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Gegen Mücken - Faktencheck
Mücken übertragen nur in den Tropen gefährliche Krankheiten.
Auch in Europa gab es schon Denguefieber-Fälle durch Mückenstiche.
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Gegen Mücken - Faktencheck
Bei Mückenstichen gilt die Regel: Erst wärmen, dann kühlen.
Die Wärme zerstört zuerst die entzündungsfördernden Stoffe, Kälte lindert dann den Juckreiz und die Schwellung.

Diese Behauptung scheint tatsächlich eher anders herum zu stimmen: Da die Haut von Frauen ca. 20 Prozent dünner ist als die von Männern, reagieren sie empfindlicher auf Stiche. Frauen bemerken es also viel schneller als Männer, wenn sie gestochen werden. Es kommt ihnen dann so vor, als würden sie häufiger gestochen.

Tatsächlich entscheiden vor allem individuelle Faktoren, wer gestochen wird: So reagieren Mücken am häufigsten auf Menschen, die den Schweißbotenstoff 4 -Methyl-Phenol produzieren. Verschwitze Jogger sind also für die Mücke appetitlicher als jemand, der ruhig dasitzt und ein Buch liest. Außerdem stechen Mücken bei Menschen mit der Blutgruppe 0 häufiger zu. Bisher weiß noch niemand, warum das so ist. Die Mücken scheinen diese Blutgruppe aber durch ein chemisches Signal auf der Haut zu erkennen.

Mücken fliegen auf Licht

Viele Insektenarten reagieren sehr stark auf Licht, nicht so die Mücke. Dafür können die Tiere viel zu schlecht sehen. Deswegen orientieren sie sich vornehmlich an Gerüchen. Ob das Licht im Schlafzimmer an oder aus ist, spielt für einen mückenfreien Schlaf also keine Rolle. Übrigens: Mücken schwirren am liebsten um den Kopf herum: Dort hat die Luft den höchsten CO2-Gehalt.

Die richtige Kleidung gegen Mücken

Warum genau Mücken helle Kleidung eher meiden ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Sie scheinen aber tatsächlich dunkle Kleider anziehender zu finden. Daher ist es ein guter Mückenschutz, wenn man in den Sommermonaten helle Farben bei der Kleiderwahl bevorzugt. Wer außerdem noch auf lange Hosen und Shirts achtet, bietet der Mücke noch weniger Angriffsfläche.

Mücken leben in der Nähe von Gewässern

Diese Behauptung ist auf jeden Fall nicht ganz falsch: Mücken brauchen Gewässer, da sie dort ihre Eier ablegen. Die Gefahr einer Überpopulation von Mücken an Seen und Teichen ist aufgrund der natürlichen Feinde, wie Frösche oder Libellen, aber sehr gering: Sie sorgen dafür, dass die Mücken nicht die Oberhand gewinnen. Aber auch der eigene Garten bietet Mücken einen heimeligen Wohnort: Kleine Wassermengen wie Regentonnen oder Pfützen reichen bereits aus, um für Mückenlarven ideale Lebensbedingungen zu bieten.

Mücken übertragen in Deutschland keine gefährlichen Krankheiten

In tropischen Ländern gibt es unzählige Krankheiten, die von Mücken übertragen werden: Neben Malaria oder der Schlafkrankheit infizieren sie die Menschen dort auch mit dem West-Nil- oder Gelbfieber. Und auch in südlichen Ländern Europas gab es bereits Fälle von Denguefieber, das von der asiatischen Tigermücke übertragen wird. Durch den Klimawandel wird es auch bei uns immer wärmer und auch tropische Mückenarten fühlen sich so immer mehr wie zu Hause.

Mückenstich: Erst heiß, dann kalt?

Hausmittel bei Mückenstichen gibt es bekanntlich viele. Doch kann der Behandlungsansatz: „Erst Wärmen, dann Kühlen“ wirklich helfen? Die Antwortet lautet eindeutig: Ja! Wer zuerst einen erhitzten Teelöffel auf den Stich legt, zerstört so die Proteine im Mückenspeichel, die die Entzündungsreaktion im Körper auslösen. Im zweiten Schritt hilft dann der kühlende Effekt eines Eiswürfels (diesen jedoch stets nur in ein Tuch gewickelt auf die Haut legen) dabei, Juckreiz und Schwellung zu lindern. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren übrigens auch spezielle Gele, die man rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann. Diese sind auf jeden Fall praktischer zu handhaben als ein Eiswürfel.