Weltkarte

Mücken kommen mit Ausnahme der Polargebiete fast überall auf der Welt vor. Dabei gibt es weltweit ca. 3500 verschiedene Mückenarten, die sehr unterschiedliche Verbreitungsgebiete haben können. So stammt die Tigermücke ursprünglich vom asiatischen Kontinent. Heutzutage findet man sie aber auch in den USA, in Mittel- und Südamerika, Europa und Afrika. Mücken sind also sehr anpassungsfähig und können sich auch außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes hervorragend vermehren. Gerade diese Überlebenskunst der kleinen Blutsauger bringt aber auch Gefahren mit sich. So kann die Tigermücke verschiedene Krankheiten wie Malaria, Denguefieber und nicht zuletzt wohl auch das Zika-Virus übertragen.

Erfahren Sie anhand der interaktiven Weltkarte, in welchen Urlaubsländern bestimmte Mückenarten zu Hause sind, welche Krankheiten sie dort häufig übertragen und welche Maßnahmen zum Schutz ergriffen werden können. Bewegen Sie die Maus dazu einfach über die Kontinente und erfahren Sie mehr zu einzelnen Ländern.

Afrika

Auf dem gesamten Afrikanischen Kontinent sind viele verschiedene Mückenarten zu finden. Besonders in beliebten Reisezielen wie Namibia, Kenia, Südafrika, Sansibar und Ägypten sollte man daher für einen ausreichenden Mückenschutz sorgen. Denn nur sechs Mückenarten können dort über 20 verschiedene Krankheiten übertragen:

  • Anopheles-Mücke (auch Malaria-, Gabel- oder Fiebermücke genannt):
    • Malaria
    • Lymphatische Filariose
    • O'nyong-nyong-Fieber
  • Aedes-Mücken (z. B. Gelbfiebermücke und Asiatische Tigermücke):
    • Dengue Fieber
    • Gelbfieber
    • Chikungunya
    • Lymphatische Filariose
    • West-Nil-Fieber
    • Rift-Valley-Fieber
    • Ross-River-Fieber
    • Western-Equine-Enzephalitis
  • Kriebelmücken:
    • Flussblindheit (Onchozerkose)
  • Culex-Mücken (z.B. Gemeine Stechmücke):
    • Japanische Enzephalitis
    • West-Nil-Fieber
    • Lymphatische Filariose
    • Rift-Valley-Fieber
    • Ross-River-Fieber
    • St-Louis Enzephalitis
    • Western-Equine-Enzephalitis
  • Schmetterlingsmücken
    • Leishmaniose
    • Bartonellosis
    • Pappataci-Fieber
  • Tse-Tse-Fliegen:
    • Schlafkrankheit

Malaria: Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) empfiehlt für afrikanische Länder südlich der Sahara eine Chemoprophylaxe mit Mefloquin®. Das Antiinfektivum soll eine Infektion verhindern. Reisende in nordafrikanische Länder müssen sich in der Regel nicht um eine Prophylaxe kümmern. Dort sind ein effektives Mückenspray und andere präventive Maßnahmen wie das Tragen langer und heller Kleidung ausreichend.

Gut zu wissen: Neben der Chemoprophylaxe gibt es bei Malaria noch die sogenannte Stand-by-Therapie.

Da Prophylaxe und Stand-by-Therapie nicht ohne Risiken angewendet werden können, sollten Sie beide Therapien vorher gründlich mit Ihrem Arzt absprechen.

Dengue-Fieber: Der erste Impfstoff gegen alle vier Typen des Dengue-Virus, welche das Dengue-Fieber auslösen, wurde erst kürzlich freigegeben. Ab März 2016 soll er dann in Deutschland auf den Markt kommen.

Gut zu wissen: Moskitonetze haben unterschiedliche Maschendichten (mesh) für verschiedene Mückenarten. Um sich vor Anopheles-, Aedes und Culex-Mücken zu schützen wird eine Maschendichte von 170-230 mesh empfohlen.

Gelbfieber: Eine Impfung gegen das Gelb-Fieber-Virus bietet bei gesunden Menschen ein Leben lang Schutz vor dem Erreger. Der Impfstoff wird einmal mittels Spritze verabreicht und birgt nur geringfüge Nebenwirkungen wie leichtes Fieber.

Definition

Expositionsprophylaxe

Unter diesem Begriff fassen Experten Maßnahmen zum Mückenschutz wie Repellents, Moskitonetzte und andere Gebote wie das Tragen langer, heller und fester Kleidung zusammen. Die Expositionsprophylaxe ist dann besonders wichtig, wenn es keine Impf- oder Prophylaxe-Möglichkeiten gibt.

Chikungunya: Ein Impfstoff befindet sich in der Erprobung, ist aber noch nicht verfügbar.

Japanische Enzephalitis: Es ist möglich, sich gegen diese Krankheit impfen zu lassen. In Deutschland ist dazu der Impfstoff Ixiaro® zugelassen. Er wird zweimal im Abstand von vier Wochen in den Oberarm gespritzt. Wie lange der Schutz anhält, ist noch unklar.

West-Nil-Fieber: An einem Impfstoff für den Menschen wird derzeit gearbeitet. Bislang gibt es nur einen für Pferde.

Da es für die übrigen Krankheiten sowie für West-Nil-Fieber und Chikungunya keine Impf- oder Prophylaxe-Maßnahmen gibt, ist eine sogenannte Expositionsprophylaxe dringend zu empfehlen. Das bedeutet, dass Repellents bei Aufenthalt im Freien angewendet werden sollten, genauso wie weitere Schutzmaßnahmen wie lange, feste Kleidung und Moskitonetze über dem Bett. Da Mücken in der Abenddämmerung besonders aktiv sind, sollten Sie dann lieber nicht nach draußen gehen.

Australien

In Australien sind Mücken vor allem im Südosten des Kontinents verbreitet. Vor allem Culex- und Aedes-Mücken sind hier häufig. Aber auch Tigermücken können vorkommen. Diese können folgende Krankheiten übertragen:

  • Murray-Valley-Enzephalitis
  • Ross-River-Fieber
  • Dengue-Fieber
  • Chikungunya

Gegen die Murray-Valley-Enzephalitis, Chikungunya und das Ross-River-Fieber gibt es keinen Impfstoff. Deswegen ist eine gewissenhafte Expositionsprophylaxe mit Anti-Mücken-Sprays und langer, fester sowie heller Kleidung ratsam. Einzig eine Impfung gegen Dengue-Fieber wird vorrausichtlich ab Mitte 2016 mit Dengvaxia® in Deutschland möglich sein.

Asien

In Asien und dort vor allem in den beliebten Urlaubsregionen von Thailand, Bali, Sri Lanka, Indonesien, Vietnam, Indien und den Malediven kommen Tiger-, Busch und Culex-Mücken vor, die verschiedene Krankheiten übertragen können:

  • Tigermücke:
    • Chikungunya
    • Dengue-Fieber
  • Buschmücke:
    • West-Nil-Fieber
  • Culex-Mücke:
    • Japanische Enzephalitis

Bei Reisen in südostasiatische Länder und Indien gehört ein umfassender Mückenschutz mit Repellents, Moskitonetzen und passender Kleidung (lang, fest, hell) in den Reisekoffer. Da man sich im Moment nur gegen das Dengue-Fieber impfen lassen kann, ist eine gute Expositionsprophylaxe also von besonders wichtiger Bedeutung.

Amerika

Der Riesenkontinent Amerika gliedert sich in drei Teile: Die USA, Mittelamerika und Südamerika. In den Vereinigten Staaten ist besonders der Bundesstaat Florida ein Touristenmagnet. Aber auch Länder wie Costa Rica, Brasilien, und Kolumbien sind bei Fernreisenden sehr beliebt. Neben dem Festland gehören auch Inseln in der Karibik wie die Dominikanische Republik zum Kontinent Amerika. Mücken haben also auf dem amerikanischen Kontinent ein besonders großes Gebiet, auf dem sie sich verbreiten können.

Mücken USA:

  • Tigermücke:
    • Dengue-Fieber
    • Chikungunya
  • Culex-Mücke:
    • West-Nil-Fieber

Mücken Mittelamerika & Karibik:

  • Tigermücke:
    • Dengue-Fieber
    • Chikungunya
  • Culex-Mücke:
    • West-Nil-Fieber

Mücken Südamerika:

  • Tigermücke:
    • Zika-Virus
    • Dengue-Fieber
    • Chikungunya
  • Anopheles-Mücke:
    • Malaria
  • Aedes-Mücke:
    • Gelbfieber

Gelbfieber: Eine Impfung gegen das Gelb-Fieber-Virus bietet bei gesunden Menschen ein Leben lang Schutz vor dem Erreger. Der Lebend-Impfstoff wird einmal mittels Spritze verabreicht – es kann zu Nebenwirkungen wie leichtem Fieber kommen.

Dengue-Fieber: Der erste Impfstoff gegen alle vier Typen des Dengue-Virus, welche das Dengue-Fieber auslösen, wurde erst kürzlich freigegeben. Ab März 2016 soll er dann in Deutschland auf den Markt kommen.

Malaria: Eine vorbeugende Chemoprophylaxe sowie eine Stand-by-Therapie nach einer Infektion sind möglich. Besprechen Sie das konkrete Vorgehen bitte mit Ihren Arzt oder fragen Sie beim Tropeninstitut nach.

Für das Zika-Virus, das gerade weltweit für Aufsehen sorgt, gibt es noch keinen Impfstoff. Allerdings befinden sich derzeit zwei Mittel in der Testphase. Genauso wie bei Chikungunya – auch hier ist ein Impfstoff auf dem Weg. Bis dahin ist der einzige Schutz jedoch wirksames Mückenspray und die richtige Kleidung (hell, lang und fest). Auch ein Moskitonetz über dem Bett hilft Mücken fernzuhalten. Vor allem Schwangeren wird geraten, nicht in die betroffenen Länder einzureisen, da das Virus das Ungeborene schädigen könnte. Mehr über das Zika-Virus, erfahren Sie hier.

Europa

Mittlerweile sind tropische Mückenarten wie Tiger- und Buschmücke auch in unseren Breiten zu finden. So wurden bereits im Süden Deutschlands Tigermücken nachgewiesen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, in dem Mücken Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Chikungunya übertragen haben. Auch in nördlicheren Regionen wie Skandinavien müssen sich Reisende in Länder wie Schweden oder Norwegen keine Sorgen um gefährliche Infektionskrankheiten infolge von Mückenstichen machen.

In südlicheren Ländern wie Kroatien oder auf der Insel Madeira sieht die Lage jedoch anders aus. Im Jahr 2012 brach auf der portugiesischen Insel das Dengue-Fieber aus – über 1300 Menschen infizierten sich mit dem Virus.

Im Zuge des Klimawandels wird es also in Zukunft immer wahrscheinlicher, dass derartige Ausbrüche auch hier stattfinden könnten. Bisher ist es in unseren Breiten allerdings noch zu kalt für die Mücken: Sie überleben die Winter nur vereinzelt und können sich so nicht zu stark vermehren. Damit ist auch die Gefahr für durch Mücken übertragene Krankheiten gering.

Es ist also zunächst ausreichend, sich bei der nächsten Gartenparty oder einem Trip ins schwedische Outback mit einem guten Mückenspray zu schützen.

Tropen

Fast alle Mückenarten besiedeln den geografischen Raum der sogenannten Tropen. Diese Klimazone befindet sich je zwischen dem 23 ½ Grad nördlicher und südlicher Breite. Obwohl die Mücken in diesem Gebiet in jedem Land vorkommen, übertragen sie nicht immer dieselben Krankheiten. Afrika ist dabei mit Abstand der Kontinent, auf dem Mücken die meisten unterschiedlichen Infektionskrankheiten übertragen.